Verband kirchlicher Mitarbeitender
der Evangelischen Kirchen
Mitteldeutschlands e.V.

Mitglied im VKM - Deutschland

Sehr geehrte Freunde, Förderer und interessierte Leser,

kürzlich habe ich mal wieder einen Artikel über den Psychologen Friedemann Schulz von Thun gelesen. Sie wissen schon, der Mensch hat ganz viel über Kommunikation geschrieben. Im Zusammenhang mit Kommunikation fiel mir doch dann tatsächlich die Arbeitsrechtskommission der Diakonie Mitteldeutschland ein. Wir alle wissen, dass sich beide Seiten zu regelmäßigen Sitzungen treffen, dass sowohl die Dienstgeber als auch die Dienstnehmer Anträge eingebracht haben, die Inhalte wurden durch eine bekannte Zeitung des kirchlichen Arbeitsrechts bekannt. Aber auf welchem Stand die Verhandlungen sind, wissen die vielen betroffenen Mitarbeitenden der Diakonie Mitteldeutschland nicht, leider! Dabei ist laut Friedemann Schulz von Thun die Kommunikation das Allerwichtigste, daran sollte besser niemand zweifeln.

Es wurde durch die Dienstnehmerseite bekannt, dass ihnen die Kommunikation nach „außen“ untersagt wurde. Wir als VKM-EKM e. V. denken, dass 30 000 Mitarbeitende eben nicht „außen“ sind. Wir alle haben Arbeitsverträge mit diakonischen Trägern, welche wiederum Mitglied in der Diakonie Mitteldeutschland sind. Also, wer es ganz genau nimmt, alles „Insider“. Wir Mitarbeitenden wollen doch lediglich wissen: Gibt es Fortschritte in den oft festgefahrenen Ansichten beider Seiten? Ist es gelungen oder nicht, die hohe Kunst der Kommunikation aufzunehmen und wie im kirchlichen Arbeitsrecht vorgeschrieben, „…gemeinsam im Sinne der Dienstgemeinschaft…“, Lösungen zur Fortschreibung des Arbeitsrechts und der Gehaltsentwicklung zu finden?

Dabei ist der Ansatz, alles ganz still im obersten Geschoss der Geschäftsstelle der Diakonie in Halle auszuhandeln, doch sehr überholt. Wenn wir die AVR DD als „Leitwährung“ in den Gliedkirchen und deren diakonischen Einrichtungen anerkennen sollen, dann ist die Arbeitsweise der ARK DD doch auch eine „Leitrichtung“. Hier ist es ein völlig normaler Vorgang, dass beide Seiten eine Mitteilung auf der jeweiligen Internetseite veröffentlichen, damit z. B. die Mitarbeitenden wissen, was gerade verhandelt wird. Dies ist ein kleiner Schritt, gemessen an der Transparenz in Tarifverhandlungen. Die mitteldeutschen Akteure werden noch lernen müssen, dass 30000 Mitarbeitende informiert werden wollen, nicht nur über die Abschlüsse für die nächsten 2 Jahre. Es geht um die Arbeitsbedingungen und Entgelte so vieler Mitarbeitender – und nicht nur der Mitglieder der ARK DW EKM.

Da komme ich doch zum Schluss gern noch einmal auf Friedemann Schulz von Thun zurück. Er schrieb folgenden Satz:
„Probiere zu würdigen, was dir entgegengebracht wird.“

Sehr geehrte Mitglieder der ARK DW EKM, nehmen Sie sich diesen Satz zu Herzen, gehen Sie mit positivem Beispiel voran, kommunizieren Sie die jeweiligen Anträge, wägen Sie ab, was gehen kann, was kleinschrittig angegangen werden muss. Gehaltssteigerungen und Verbesserungen im Arbeitsrecht sind nichts Besonderes, sondern notwendiger Alltag, um Mitarbeitende zu halten oder von den wenigen vorhandenen Fachkräften Neue zu motivieren, bei einem Diakonischen Träger anzufangen.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in Ihrer nächsten Sitzung am 05.07.2018!

Markus Böttcher

 

Newsletter Februar 2018

 

Sehr geehrte Interessierte, sehr geehrte Mitglieder und Unterstützer des VKM- EKM e.V.,

wieder einmal ist es soweit, MAV Wahlen stehen an.

Sicher haben sie in den letzten Tagen während einer Mitarbeiterversammlung in ihrer Einrichtung einen Wahlvorstand gewählt, warum? Weil bis spätestens 30.04.2018 die Wahl und Einspruchszeit gegen eine MAV Wahl gelaufen sein muss. Die Amtszeit der neuen MAV beginnt am 01.Mai.

 

Viele Mitarbeitende in ihren Einrichtungen wissen gar nicht wie und warum „ständig“ neu gewählt werden muss, viele haben leider auch gar kein Wissen zum kirchlichen Arbeitsrecht. Die kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien(AVR) sind Grundlage ihres Arbeitsvertrages.

In vielen Einrichtungen wurde oder wird die ACK Klausel für die MAV Wahl ausgesetzt, somit dürfen alle Mitarbeitenden die bereits länger als 6 Monate in der Einrichtung tätig sind sich zur Wahl aufstellen lassen.

Im § 4 des MVG wird auch ganz klar geregelt wer nach Gesetz Dienststellenleitung ist, diese dürfen nicht in eine MAV gewählt werden.

Unter Dienststellenleitung versteht das MVG die: Geschäftsführung und deren Stellvertretungen und alle Personen die ständig mit Aufgaben zu tun haben die nach dem MVG § 38-42 Mitberatung oder Mitbestimmung der MAV unterliegen. Übersetzt heißt das: Alle Werkstatt,- Wohnheim,- Tagesstrukturleitungen die keinerlei Befugnisse für Einstellen und Kündigen von Mitarbeitenden haben, sind wählbar.

Die Überprüfung der ausgehangenen Listen für die Wählbaren Mitarbeiter sind einerseits durch den Wahlvorstand zu überprüfen, andererseits dürfen alle Mitarbeitenden, Einwände gegen diese Listen erheben.

Wir hören von Mitarbeitenden aus verschiedenen Einrichtungen, die Geschäftsführung hat sich die MAV „zurecht gebogen“ die machen alles mit. Jede Notlagenreglung, jede Art von Ausgestaltung der AVR im negativen Sinne ist durch MAV vor Ort „abgesegnet“ wurden.

Jetzt haben alle kritischen Mitarbeitenden die Chance sich für die Wahl in die MAV aufstellen zulassen. (sollten sie nicht Wissen wie, kontaktieren sie uns und wir erklären Ihnen oder ihrem Wahlausschuss die Möglichkeiten oder auch das Verfahren).

Sollten Sie dann gewählt werden haben Sie die vielfältigsten Ansprüche auf Mitbestimmung und Mitberatung; jede Einstellung, jede Ein- oder Umgruppierung muss die MAV mitbestimmen. Jede Kündigung nach Ablauf der Probezeit ist Mitberatung/Mitbestimmungspflichtig. Auch die Einführung von neuen Arbeitsabläufen und Zeiterfassungssystemen  ist Mitbestimmungspflichtig.

Sie merken möglicherweise schon, die Aufgaben einer MAV ermöglichen einen großen Einblick in die inneren Strukturen einer Einrichtung.

Wichtig als MAV Mitglied ist es aber auch ein guter Zuhörer zu sein, viele Probleme erfahren wir nur durch gutes Zuhören in den verschiedensten Arten von Kontakten zwischen MAV und allen anderen Mitarbeitenden.  Als MAV Mitglied ist man das Sprachrohr der Mitarbeitenden gegenüber der Geschäftsführung.

 

Wir als VKM -EKM e.V. sehen es als äußerst wichtig an, eine MAV in jeder Kirchlichen Einrichtung zuhaben.  Alle Mitarbeitenden sollten deshalb ihrer „Mitarbeiterpflicht“ nachkommen und sich aktiv am Wahlverfahren zu einer neuen MAV  beteiligen.

Meckern und sich dabei „abducken“ ist die eine Seite, aber

Meckern und auf die Probleme hinweisen und der Geschäftsführung gegenüber ansprechen ist die andere Seite.

Sicher gibt es Zeit während einer Amtszeit, da müssen Entscheidungen getroffen werden die alles andere als „Lustig“ sind, aber diese Dinge  sind gesetzlich geregelt und genau beschrieben.

 

Also, sorgen Sie durch ihre Kandidatur oder nur indem sie (wiedermal) wählen gehen für eine starke kritische und Konstruktive MAV in ihrer Einrichtung.

 

Im Mai 2018 werden wir als VKM Schulungen für neue MAV `en durch fachkundige Juristen anbieten.

Die Ausschreibungen und Anmeldungen werden rechtzeitig veröffentlicht.

 

Außerdem gilt in allen Diakonischen Einrichtungen der Diakonie Mitteldeutschland das Kirchliche Arbeitsrecht Eine MAV Wahl und ihre Mitarbeit in diesem Gremium ist Gesetzeskonform.

 

Newsletter zum Jahresbeginn 2018

Ich habe keine Angst vor einer Überfremdung von außen, wohl aber vor einer Entmenschlichung von innen“        

Bischof Dr. Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg, im Rahmen des Forums „Gegen den Hass“ am 29. Und 30. September 2017 in Magdeburg.                                                                        

Liebe Mitglieder, Förderer und Interessierte unseres VKM,

Veränderungen prägen unser gesamtes Leben und bedeuten immer eine Entwicklung, welche sich den aktuellen Bedürfnissen oder Umfeld-Bedingungen anpasst…... sowohl im privatem, als auch im gesellschaftlichem Bereich. Wenn ich ein neues Hobby entdecke, wird entsprechendes Equipment angeschafft und meine bisherigen Interessen und Ansichten werden ein wenig verschoben, ebenso teile ich das Hobby meistens mit neuen Bekannten. Obwohl ich weiß, dass für meine alten Freizeitinteressen nun weniger Zeit zur Verfügung steht und sich auch mein Bekanntenkreis langfristig ändern wird, freue ich mich auf die Veränderung und treibe Selbige sogar voran. Etwas schwieriger ist so eine Veränderung schon, wenn mein Chef mir morgen einen anderen Aufgabenbereich im Unternehmen zuteilt, weil sich die Umfeld-Bedingungen im Unternehmen geändert haben. Da ich aber weiß, dass diese Veränderung sein muss und ich mit meinem Arbeitgeber zufrieden bin, werde ich mich schon irgendwie arrangieren und nach ein paar Tagen feststellen, dass mein Arbeitsumfeld keineswegs schlechter ist als vorher. In allen Tätigkeitsbereichen der Behindertenhilfe hatten wir mit Beginn des Jahres 2017 die ersten Veränderungen im Zusammenhang mit dem BundesTeilHabeGesetz (BTHG) und ab Januar 2018 geht es stufenweise mit der Umsetzung der gesetzlichen Forderungen weiter. Bevor wir als Fachkräfte in der Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf nun Angst vor dem haben was da kommen mag, sollten wir bedenken, dass die Veränderungen mehr Zufriedenheit für unsere Klienten bedeuten wird und dies auch unserem eigenen Wohlbefinden zu Gute kommt. Wir sollten den Prozess allerdings gemeinsam gestalten und statt Selbigen als aufgezwungen zu empfinden, sollten wir das Potential an Chancen, welches diese gesetzlich verordnete Veränderung bietet, erkennen und nutzen.       

Im neuen Jahr sollte aber auch die Zufriedenheit von uns Mitarbeitenden im Focus stehen. Sie werden es kaum glauben, es gibt eine sehr kleine Lohnerhöhung von 2.1%, wobei auch die KZVK und EZVK Beteiligung steigt.  Neues Jahr, neues Glück, die Arbeitsrechtskommission für die Diakonie Deutschland wird jetzt neu besetzt, ein Zeichen dafür, dass der Dritte Weg noch lange nicht ausgedient hat, des weiteren soll das Kirchengesetz über Mitarbeitervertretungen überarbeitet werden. Es gibt eine Empfehlungen von der Diakonie Deutschland, in Firmen ab 500 Mitarbeitern einen MAV-Vertreter mit in den Aufsichtsrat zu holen. 

Wir als VKM – EKM e.V. werden unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren, es muss möglich sein das alle Diakonischen Firmen den Dritten Weg konsequent anwenden. Assoziierte Mitglieder müssen ihre Außenseiter-Rolle aufgeben, ihren dort Angestellten Mitarbeitenden ordentliche, menschenwürdige Gehälter bezahlen und Arbeitsbedingungen schaffen die der Diakonie würdig erscheinen.  Niemand konnte uns bisher nur halbwegs begründen warum eine Krankenschwester in einer Sozialstation bei einem Assoziierten Mitglied knapp 600,- € weniger verdient als in der AVR DW EKM.  Wir werden weiter die Finger in die Wunden legen, notfalls auch sehr öffentlich. In diesem Sinne lassen Sie uns das neue Jahr beginnen mit sehr viel Engagement, Ehrgeiz und den Willen etwas in Gang zu setzen, damit die Zufriedenheit aller Mitarbeitenden und unserer Klienten wirklich besser wird, im Jahr 2018.

Wenn diakonische Einrichtungen auf Grund zu hoher Personalkosten, in vielen Kommunen die Ausschreibungen in der Flüchtlingsbetreuung verlieren, sollten wir uns überlegen mit welchem Engagement und Wertegefühl die Betreuungsleistungen von anderen Anbietern erbracht werden können. Da ist es auch politische Blendung, in der Öffentlichkeit für Integration zu werben, aber dann auf Grund verordneter Sparzwänge aus den elementar wichtigen Schnittstellen zwischen integrationswilliger Gesellschaft und Zuwanderern, einfache Flüchtlings-Versorgungsstellen zu machen. Diakonie ist nicht grundsätzlich teurer, sondern auf Grund flächendeckender Vernetzung in allen Gesellschaftsbereichen, in Ergänzung mit gut bezahlten, motivierten Mitarbeitern, leisten wir einfach mehr.

Wenn also Bischof Dr. Gerhard Feige, vollkommen berechtigte Angst vor einer Entmenschlichung von innen hat, so sollten wir auch benennen, von welchen Seiten die möglichen Lösungen der gesellschaftlichen Herausforderungen blockiert werden und den Weg verlassen, unsere eigene Arbeitsleistung an einen Dumpingmarkt anzupassen.

Dieselben Sparzwänge, welche wir bereits in der Flüchtlingshilfe, der Altenhilfe und der Pflegebranche haben, werden im Zuge des BTHG auch in der Behindertenhilfe suggeriert. Dies ist allerdings ein Irrweg, denn wenn mehr Personenzentrierung und Individualität gefordert wird, kann die erbrachte Leistung bei gleichbleibender Fachlichkeit nur teurer werden.     

Der englische Sozialphilosoph und Schriftsteller John Ruskin hat schon im ausklingendem 19.Jahrhundert festgestellt, dass es nicht möglich ist, die qualitativ gleichwertige Leistung für einen geringeren Preis zu bekommen.

Wünschen wir also unseren Dienstgebern ein geschicktes Händchen bei den Kostensatzverhandlungen im neuen Jahr und wir wünschen weiterhin ausreichend Selbstbewusstsein, für gute Arbeit auch gutes Geld zu verlangen.

 

Es grüßen Sie herzlichst,

Robert Brandt und Markus Böttcher

 

Newsletter September 2017

 

Liebe Mitglieder, Förderer und Interessierte des VKM,

Deutschland scheint sich zu bewegen, in einer Woche sind Bundestagswahlen, im Fernsehen laufen ständig und überall Parteiinformationssendungen.

Wir finden es wichtig überhaupt zur Bundestagswahl zu gehen, wo sie ihre Kreuze letztendlich setzen, müssen sie mit ihrem Gewissen vereinbaren. Vielleicht spielt unser Arbeitsplatz dabei eine Rolle, vielleicht denken Sie bei der Wahl an unsere Klienten die wir jeden Tag betreuen, vielleicht hat aber auch eine Partei das richtige Programm für sie ganz privat.

Im Kirchlich Diakonischen Arbeitsrecht geht es nicht so einfach, aller 4 Jahre ein neues Arbeitsrecht, neue Leute, neues Glück. Die kirchlichen Mühlen mahlen bekanntlich sehr langsam, es gilt schon ewig der Kirchliche Sonderweg mit dem Dritten Weg. Dies wird mit Sicherheit in vielen Gliedkirchen und Diakonischen Einrichtungen auch so bleiben. Einige Gliedkirchen und Diakonische Einrichtungen machen gerade ihre Erfahrungen mit Tarifverträgen, Arbeits-und Sozialordnungen o.ä.

Nach anfänglicher überschwänglicher Freude „Wir haben einen Tarifvertrag“ kommt doch jetzt langsam die Ernüchterung, einzelne Sparten werden deutlich herabgesenkt oder bekommen verzögert Entgelterhöhungen, in einigen Einrichtungen gibt es Haustarifverträge.

Die Wahl ist in diesen Gliedkirchen und Einrichtungen gefallen, diese Wahl ist aber keine Bundestagswahl wo man in 4 Jahre eine neue Chance hätte…

In der Diakonie Mitteldeutschland ist der Dritte Weg, besser gesagt der Umgang damit, per Gesetz geregelt, aber an der Umsetzung hapert es doch erheblich. Es gibt Firmen in Vollmitgliedschaft der Diakonie die sehr Laut und Deutlich rufen, … wir wenden den Dritten Weg, konsequent an“…

Wir haben im letzten halben Jahr viele schwarze Schafe gefunden, die hier und jetzt aufzuzählen, würde den Umfang eines Newsletters sprengen. Vielleicht stehen sie demnächst auf unserer Internetseite, gleich vorn. Es gibt aber tatsächlich Firmen die den Dritten Weg konsequent umsetzen, drücken wir mal ein Auge zu, wenn es um außertarifliche Bezahlung der Geschäftsführer geht.

Dann gibt es ja noch die assoziierten Mitglieder in der Diakonie, sie wissen schon, die Mitglieder die kein kirchliches Arbeitsrecht im vollen Umfang anwenden müssen. Nur gab es am Anfang dieses Jahres das Kirchengerichtsurteil in Hannover.  Kein kirchliches Arbeitsrecht- keine MAV, sondern ein Betriebsrat muss her. Diese Wahl lässt sich ja über kurz oder lang noch ändern, zumindest lässt die Satzung der Diakonie Mitteldeutschland das zu. Wir als VKM setzen uns in vielen Gesprächen dafür ein, den Dritten Weg konsequent anzuwenden, wir machen dabei auf viele Missstände aufmerksam. Ein Sozialpädagoge wird eben nicht in der EG 7 eingestuft, sondern in der EG 9. Und wenn die MAV vor Ort das nicht deutlich genug macht, machen wir dies. Wir sehen durch den VKM -EKM die Möglichkeit den Dritten Weg in der Diakonie Mitteldeutschland zu leben, konsequent anzuwenden und sehen aber auch, dass alle Beteiligten an einem Tisch zusammenfinden müssen um das kommende kirchliche Arbeitsrecht in Mitteldeutschland zu entwickeln. Bei der jetzigen Haltung der handelnden Personen bleiben einzig und allein die Dienstnehmer auf der Strecke, diese bekommen kaum spürbare Entgelterhöhungen und die Arbeitsbedingungen verändern sich nicht zum Positiven. Dies darf in Mitteldeutschland nicht die Zukunft sein. Wir wollen dies gemeinsam mit unseren Mitgliedern ändern.

Wie es gehen kann, zeigt uns gerade der CJD. Ab dem 01.01.2018 wenden diese AVR DD an, mit einem kleinen Übergangszeitraum von 3 Jahren, aber dann AVR DD Vollanwender.

 

 

Lassen Sie eine Wahl zu, informieren Sie sich und treffen eine Entscheidung,

gemeinsam schaffen wir den Weg aus der Misere in der Diakonie Mitteldeutschland.

 

 

Wir wünschen Ihnen eine gute Wahl,

 

Markus Böttcher

Newsletter  Juli 2017

 

„In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart“

                                                                                  Dietrich Bonhoeffer, DBW Band 16, Seite 492

Liebe Mitglieder, Förderer und Interessierte unseres VKM, mit den einleitenden Worten Dietrich Bonhoeffers möchten wir gemeinsam abwägen, ob wir weiterhin kostbare Lebenszeit mit ergebnislosen Streitdebatten füllen möchten, oder ob wir nicht lieber das Gute im Leben fokussieren und in die Zukunft tragen sollten.

Wer begann eigentlich damit, den Sonderweg der Kirchen in der Arbeitsrechtssetzung zu kritisieren? Waren es unzufriedene Mitarbeiter oder eine Gewerkschaft auf Mitgliedersuche?   Sollten wir nicht sogar zukünftig unsere Bemühungen dahingehend intensivieren, dass Kirche und ihre Handlungsfelder in der Versorgung von Menschen, welche Unterstützung in einzelnen Lebensbereichen benötigen auch weiterhin möglichst unbeeinflusst vom Staat bleiben? Zeigen uns nicht gerade die Entwicklungen in einigen europäischen Ländern, wie schnell soziale Arbeit und Dienst am Menschen durch wechselnde politische Verhältnisse an Bedeutung für die Allgemeinheit verlieren können? Ist es da nicht gut, auf ein knapp 2000 Jahre lang gewachsenes Regelwerk zurückgreifen zu können, nach welchem wir gemeinsam Handeln und von einzelnen Akteuren der Weltgeschichte unbeeinflusst, unsere Berufung des „Dienst am Menschen“ mit unserem täglichem Handeln umsetzen dürfen.

Eine Finanzierung unsere heutigen Handlungsfelder in der Diakonie durch den Staat gibt es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die Pioniere der organisierten Diakonie in der ersten Hälfte des 19. Jh. haben ihre Dienste noch durch Spenden, Kollekten, Vermächtnisse und Schenkungen finanziert. Diese Finanzierung gab es nicht „trotz“, sondern eben „weil“ wir klarer Bestandteil der Kirche sind und zunächst einmal als Christen, in unserem Handeln dem eigenem Glauben verpflichtet und daher ein Stück weit unabhängig von weltlicher und auch wirtschaftlicher Beeinflussung sind.  Sämtliche momentan vorhandenen Strukturen und Teilbereiche unserer Diakonischen Einrichtungen sind in über 150 Jahren auf dem Fundament der kirchlichen Selbstbestimmung aufgebaut. Die Auswirkungen bei Wegfall einer fundamentalen Eigenschaft auf eine Organisation kann wohl niemand vorhersagen, aber es ist nicht zu erwarten, dass auch nur ein einziger Stein auf dem Anderen bleibt. Wer jetzt sagt, dass es ja in der aktuellen Debatte „nur“ um die Art und Weise geht, wie das  Regelwerk für unsere Arbeitsbedingungen zustande kommt, dem kann ich entgegen halten, dass unsere, unter dem großen Dach der Diakonie angebotenen Dienste, durchweg auf Grundlage allgemeingültiger Gesetzte ausgeübt und finanziert werden. Die Arbeitsumfeldgestaltung ist gewissermaßen der einzige Bereich in der Diakonie, welcher uns noch an die Kirche und an das  „Handeln aus Berufung“ bindet. Diese Bindung muss man wollen, oder auch nicht und wenn man diese Entscheidung für sich selbst getroffen hat, sollte man auch erst entscheiden ob man den Dritten Weg als Bekenntnis zur Dienstgemeinschaft für gescheitert erklärt, oder einfach an den Punkten, welche bisher positiv verlaufen sind anknüpft und konstruktiv weiter arbeitet. 

Wenn wir heute mit gutem Grund, die unbefriedigenden Ergebnisse aus den Arbeitsrechtskommissionen Deutschland und Mitteldeutschland kritisieren, welche in Schlichtungen, teilweise ohne Arbeitnehmervertreter zustande gekommen sind, sollten wir, bevor wir die Dienstgeber als einseitige Entscheider an den Pranger stellen, zunächst einmal nachfragen, wo denn die Interessenvertreter von uns Dienstnehmern zum Zeitpunkt der Verhandlungen waren.

Woher nehmen sich unsere gewählten Dienstnehmervertreter das Recht auf Entgelterhöhungen und AVR-Anpassungen zu verzichten, welche wir in den nächsten 5 Jahren, selbst bei für uns Dienstnehmer hervorragend laufenden Verhandlungen in der ARK, nicht kompensieren können? Wann wird der Schlichtungsbeschluss der ARK DD vom 12. September 2016 in der ARK-EKM verhandelt und die theoretisch seit 01. 04.2017 rechtlich möglichen Beihilfen durch den Dienstgeber nach § 26 der AVR DD auch in Mitteldeutschland gezahlt.  Hier gehen uns als Dienstnehmer derzeit z.Bsp. 256,-€ als Beihilfe bei Geburt eines Kindes, ebenso verloren wie der jährliche Zuschuss in Höhe von 30% des Eigenkostenanteils bei Zahnersatz (max. Auszahlung 511,-€/ Jahr). Das sind zwar alles Summen, welche man dem Erreichen höherer Ziele ebenso opfern kann wie 3,5 % Entgelterhöhung pro Jahr, aber wir sollten uns dann schon Fragen, wessen Ziele das denn nun bitte sind? …und vor allem warum ich jetzt auch noch 1 % meines Lohnes an eine Gewerkschaft zahlen soll, dass Selbige dann endlich das tut, wofür meine gewählten Dienstnehmervertreter bereits freigestellt sind… nämlich endlich wieder in der ARK verhandeln und meine Interessen vertreten.  Ich weiß auch nicht ob alle Dienstnehmer wissen, dass Freistellungen für MAV, GAMAV und Mitarbeit in der ARK aus dem großen Einnahmen-Topf unserer Diakonischen Einrichtungen finanziert werden und daher selbiges Geld nicht an die übrigen Mitarbeiter als Lohn ausgezahlt werden kann. Dieser Umstand ist richtig und gut, denn schließlich brauchen wir eine sicher refinanzierte Struktur von Mitarbeitervertretern um unsere Interessen gut vertreten zu wissen und auch die Umsetzung gleicher Umfeldbedingungen in allen Einrichtungen zu gewährleisten. Ich bin es aber leid, mit meinem Lohnverzicht eine unproduktive Blockadetruppe zu finanzieren um obendrein keine wesentliche Lohnerhöhung zu bekommen und dann noch aufgefordert werde 1% meines Lohnes als Gewerkschaftsbeitrag zu bezahlen, damit sich an meiner unbefriedigenden Lage endlich was ändert.  Wenn sie es auch leid sind, dann füllen sie unseren Aufnahmeantrag aus und helfen sie uns, den gewählten Dienstnehmervertretern zu zeigen, dass wir gerne Kirche sind und es keine Frage von eigenem Ermessen ist, die Mitarbeit in der Arbeitsrechtlichen Kommission zu verweigern. Es besteht die moralische Pflicht gegenüber 30 000 Mitarbeitern im Bereich der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, deren Arbeitsumfeld aktiv zu gestalten.

 

Erfurt, den 24.07.17 Robert Brandt

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Faire und gleiche Arbeitsbedingungen in allen Diakonischen
Einrichtungen in der Diakonie Mitteldeutschland
durch Arbeitsrechtsetzung im Dritten Weg

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